Drehbuchwerkstatt Heimat

Jugendliche schreiben Drehbücher
Heimat

Projektleitung: Helmut Spiering
Regie und Dramaturgie: Thomas Frick und Hans Georg Struck
Schauspiel: Uwe Zerbe

Im Herbst 1996 erhielten der Potsdamer Regisseur Thomas Frick und der Bad Iburger Gymnasiallehrer Helmut Spiering den Ersten Drehbuchpreis des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (Fernsehen) für ein Exposé zum Thema „Heimat“.
In einer öffentlichen Ausschreibung wurden Jugendliche um persönliche Erfahrungen zum Thema “Heimat“ gebeten. Die Antworten waren sehr engagiert, ehrlich und authentisch. Sie stießen auf Menschen wie Anna, die mit 10 Jahren von Polen nach Deutschland gezogen war. Auf Elfie und Stefanie, die in der DDR aufwuchsen und sich nach der Wende in Westdeutschland zurechtfinden mussten. Auf sechs Russlanddeutsche, die ihre Heimat in Kasachstan aufgeben mussten. Menschen, denen es ein inneres Bedürfnis war, über dieses Thema zu schreiben.
Aus ca. 300 Bewerbungen wurden 31 Autoren mit unterschiedlichsten Lebenserfahrungen und Talenten ausgewählt.

Preisgekrönt

Thomas Frick, gestandener Autor und Regisseur, war fachlicher Leiter der Drehbuchwerkstatt. Er führte mit den Schülern u.a. Recherchen zu verschiedenen Themen durch und organisierte Diskussionsrunden mit bekannten Persönlichkeiten aus der Filmbranche.
Für das Projekt wurden der Berliner Autor und Dramaturg Hans Georg Struck sowie der bekannte Schauspieler und Schauspiellehrer Uwe Zerbe gewonnen.

Hans Georg Struck sah seine Aufgabe darin, den Jugendlichen das dramaturgische Handwerk zu vermitteln, das sie zum Ausdruck ihrer Lebenserfahrungen für ein großes Publikum benötigen. Schrittweise wurden sie in das erforderliche Handwerk eingeführt. Sie erzählten Geschichten, welche sie in mehreren Gruppen dramaturgisch umsetzten, lernten Dialogführung, Exposés in mehreren Akten schreiben und später in Szenen und Sequenzen gliedern. Sie mussten vollständige Sequenzen in Drehbuchform schreiben und dann mehrere Fassungen daraus entwickeln.
Uwe Zerbe gab den jungen Autoren Einblick in die schauspielerische Denkweise und übermittelte ihnen das Rüstzeug, an den Dialogen spielerisch und dramaturgisch zu arbeiten.
Die Gesamtleitung und Organisation des Projektes führte Helmut Spiering.
Während der Arbeit wurde den Jugendlichen sehr schnell klar, dass die Eigenschaften und Erfahrungen der eigenen Persönlichkeit bestimmend sind für die Erarbeitung des Stoffes – der Dialoge. Die Arbeit am Drehbuch wurde zu einem Dialog mit sich selbst, dem Beobachten, Erkennen und Bewusstwerden der eigenen Mittel.

1997/98 sind dann im Rahmen dieses Projektes drei völlig unterschiedliche Drehbücher entwickelt worden.
Das Drehbuch „Anna“ erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das mit ihren Eltern die Heimat in Polen verlässt und in Deutschland ein neues Zuhause sucht…
Das Drehbuch „Abgründe“ beschreibt, wie Lena, die Expertin eines großen deutschen Chemiekonzerns, in Polen ihren wirklichen Großvater findet…

Das Drehbuch „Becky” …
Die Drehbücher “Anna” und “Abgründe” werden z.Z. vom Verlag der Autoren, Frankfurt /Main vertrieben.
Das Projekt erhielt den Drehbuchpreis des ORB.

Materialien

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