Spirit of Europe
Jugendprojekt Spirit of Europe
Jugendliche auf der Suche nach Europa

Ein Film von Jugendlichen
Regie: Oliver Haller
Projektleitung: Helmut Spiering
Zehn Jugendliche und ein Zeppelin; was sich da in die Lüfte wagt, ist ein Bad Iburger Klassenzimmer. Das Lernziel heißt Europa, das Luftschiff hilft beim großen Überblick und die Schülerinnen und Schüler bleiben trotzdem auf dem Boden der Tatsachen.
Sie suchen nach Menschen, fragen nach Meinungen, erleben Geschichte, hören Geschichten und versuchen, dem Geist Europas auf die Spur zu kommen.

Im November 1998 sind sie aufgebrochen, um mit Zeitzeugen und jungen Menschen in den Nachbarländern zu reden und unterschiedliche Standpunkte zu klären. Und dann stehen sie in Weimar vor den steinernen Denkmälern von Goethe und Schiller und merken, dass gleich nebenan Buchenwald liegt.
Sie versammeln sich vor den Bücherregalen eines tschechischen Klosters und begegnen einem skeptischen Geist. Wenn sie mit behinderten Kindern durch Karlsbad radeln, merken sie, dass kleine Gesten der Menschlichkeit oft wichtiger sind als große Worte.
Doch große Worte können ganz schön provozierend wirken. Was meint er denn, der Südtiroler Himmelsstürmer Reinhold Messner, der den Bad Iburgern so eindringlich rät: „Macht eine Jugendrevolution! Werdet Europäer!“ Die europäischen Spurensucher proben keine Revolution, aber sie üben schon mal, als Euro-Hexen den Brüsseler Staub aufzuwirbeln. Sie lassen sich inspirieren von einem ureuropäischen Idealisten wie Pierre Pflimlin, werden vom Straßburger Kabarettisten Roger Siffer über die Wechselfälle europäischer Befruchtungen aufgeklärt, bekommen in Breisach die Haare gewaschen und wissen dann auch, was die Friseuse von Europa hält (wenig).

Da macht es schon Sinn, wenn sie sich auch auf den Weg machen nach Verdun, über das grüne Gras schauen, dass jetzt da wächst, wo vor achtzig Jahren der „große Krieg“ die nordfranzösischen Wiesen und Dörfer in ein Menschenschlachthaus verwandelte.
Und es ist wichtig, dass sie sich in Rotterdam an den Mann erinnern, der schon vor 480 Jahren die erste europäische Streitschrift für den Frieden schrieb und zu Sanftmut, Toleranz und kritischer Vernunft aufrief. Wird der humanistische Geist des Erasmus das geeinte Europa von Markt und Münzen inspirieren können?
Es gibt noch viel zu tun – für die Spurensucher aus Bad Iburg und alle anderen, die Europa lebendig und menschlich machen wollen.
Pierre Pflimlin: „Ich weiß, dass der Europagedanke noch nicht überall eingepflanzt ist. Ja, warum habt ihr eigentlich diese Reise unternommen? Wenn nicht aus dem Bestreben heraus, Europa besser bekanntzumachen, für Europa zu werben. Wenn das nicht ist, dann hat eure Reise keinen Sinn – dann bleibt doch zuhause. – Ihr seid Kämpfer für Europa, das ist das Schöne.“
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