Deutsche und Polen
Zwei Nachbarn gemeinsam auf der Suche nach Europa
Deutsch - polnisches Jugendprojekt
vom 29. Januar bis 3. Februar 2004 in Berlin
Johannes Rau, Iris Berben, Artur Brauner, Erika Steinbach und Marianne Birthler sowie Kerstin Müller diskutieren in Berlin mit Jugendlichen - Schirmherr: Romano Prodi

Berlin/Bad Iburg
„Deutsche und Polen – Zwei Nachbarn gemeinsam auf der Suche nach Europa“, lautet der Titel der Veranstaltungswoche von der Initiative „Courage zeigen – Fremdsein überwinden“, die unter Schirmherrschaft von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi steht. Vom 29. Januar bis 3. Februar 2004 werden 70 Jugendliche aus Deutschland und Polen in Berlin mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Film, Medien und anderen Zeitzeugen diskutieren.

Der Auftakt ist am Donnerstag, dem 29. Januar. Dann diskutieren die Jugendlichen aus beiden Ländern mit der Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller, und dem polnischen Gesandten in Deutschland, Wojciech Wieckowski, in der Botschaft der Republik Polen über das Thema „Europa am Scheideweg? – Projekt Europa (noch) ein Zukunftsmodell?“.
Am Freitag widmen sich die jungen Menschen der aktuellen Debatte: Die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, und der SPD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan werden sich den Fragen zu der Diskussion um ein „Zentrum gegen Vertreibungen“ stellen.

Am Freitagnachmittag lädt Bundespräsident Johannes Rau zu einer Diskussion mit dem Titel „Europa liegt auch im Osten!“ in das Schloss Bellevue. Am Wochenende folgt ein intensives Berlin-Programm mit zahlreichen Besichtigungen und Gesprächen (u.a. mit dem ehemaligen Stasi-Offizier Hagen Koch) sowie Besuchen in Konzert, Theater und Musical. Nach einem Besuch in dem Musical „Les Miserables“ werden die fünf Hauptdarsteller einschließlich Uwe Kröger die Jugendlichen zu einem gemeinsamen Abendessen treffen.
Am Montag warten auf die Filmemacher aus Bad Iburg in Niedersachen alte Bekannte: der jüdische Schriftsteller und Holocaust-Überlebende Gad Beck sowie der bekannte (aus dem polnischen Lodz stammende) Filmproduzent Artur Brauner stehen den Jugendlichen mit Ihren Fragen an die deutsche Geschichte Rede und Antwort. Beck und Brauner fungierten bereits in dem vielfach ausgezeichneten Film „Fremdsein in Deutschland“ als Zeitzeugen und berichteten von ihren Erfahrungen während des Dritten Reiches.

Am Montagnachmittag begrüßt „Bild am Sonntag “- Chefredakteur Claus Strunz die jungen Menschen in der Zentrale des Axel-Springer-Verlages. „Presse und Öffentlichkeit – journalistische Arbeit im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen“ lautet das Thema des Gesprächs; sicherlich werden die Schüler aber auch nach dem jüngst vom Springer-Verlag herausgebrachten polnischen Magazin „Fakty“ fragen.
Im Anschluss findet ein Treffen mit der Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR, Marianne Birthler, statt. Die Frage dort: „Können Akten Vergangenheit bewältigen ?“
Bevor die Bundestagsabgeordnete Petra Merkel am Dienstag aus der Arbeit einer Parlamentarierin berichtet, wird am Montagabend die bekannte wie engagierte Schauspielerin Iris Berben zusammen mit ihrem Sohn, dem renommierten Filmproduzenten Oliver Berben, für die Mitglieder von „Courage zeigen – Fremdsein überwinden“ eine Lesung aus dem Buch „Mama, was ist Auschwitz ?“ halten und anschließend mit den jungen Menschen von jenseits und diesseits der Oder diskutieren.





